1. Meine Tote Russische Freundin
Die Wohnung in der Innenstadt
Zu der nur ich den Schlüssel hab
Niemals darf meine Frau erfahren
Wohin ich geh' in all den Jahren
Die Wohnung in der Innenstadt
Ist stets verdunkelt, Nacht und Tag
Dort drinnen, im dunklen Dämmerlicht
Da wartest du ganz sehnsüchtig
Wie konnte sowas nur beginnen
Ich kann mich noch ganz gut entsinnen
In einer warmen Sommernacht
Hast du mir neues Glück gebracht
Du stiegst zu mir in meinen Wagen
Dann sind wir rasch hierher gefahren
Und als wir dann im Bette lagen
Da nahm das Schicksal seinen Lauf
Und ich biß dir die Kehle auf
Und schnell erlosch des Lebens Glut
Das Laken sog sich voll von Blut
Das ganze Zimmer stank danach
Als ich mich über dich erbrach...
Ich kotzte mir die Seele raus
Doch dann zog ich mich nackig aus
Schon meine Mutter hat gesagt:
Beende, was du angefangen hast.
Du warst ein netter Zeitvertreib
Doch dann wurde zu kalt dein Leib
Ich legte mich neben dich
Blut trocknet schnell auf dem Gesicht
Am nächsten Morgen, in aller Frühe
Gab ich mir wirklich alle Mühe
Dich herzurichten für die Ewigkeit
Auf das du immer bei mir bleibst
Ich hab dich ganz gut hingekriegt
Und was jetzt auf dem Boden liegt
Das kann halt nur kein Wort mehr sagen
Doch man kann halt nicht alles haben...
So verging die Zeit mit dir
Ich denke, du bist gern bei mir
Ich kaufte dir ein Ledermieder
Ein Hauch von Sünde, gar nicht bieder
Das trägst du ganz für mich allein
Ein Grund, um häufig hier zu sein
In der Wohnung in der Innenstadt
Zu der ich allein den Schlüssel hab' ...
2. Im Reich Der Fleischlichkeit
Gib mir Liebe...
Schenk mir deinen Körper für eine einzige Nacht
Erweise mir die Gunst für ein paar Stunden
Bis für immer uns der neue Morgen trennt
Schenk' mir Wärme...
Deinen Leib auf durchnässtem Leinen wünsch' ich mir
Für dein falsches Lächeln bezahl' ich gerne
Was ist schon Geld für ein paar Stunden mit dir?
Erfüll' mir einen Wunsch
Dies ist dein Job, dafür bist du bei mir
Laß mich tief dringen, in warmes, lebendiges Fleisch
Laß mich versinken im Reich der Fleischlichkeit
Schenk' mir Vergessen...
Tue das, was du am besten kannst
Halt mich fest in deinen Armen
Sag mir, daß du mich liebst -
Auch wenn du nicht mal meinen Namen kennst...
Dein Gesicht werd' ich bald vergessen
Und auch für dich werd' ich bald vergessen sein
Einzig mein Geld in deinen Taschen
Ist das, was von unsrem Treffen übrig bleibt
Wenn mich zärtlich die Morgensonne weckt
Ist die Zeit für den Abschied nähergerückt
Nur noch dein Geruch in den Laken
Der mich von der Wirklichkeit trennt
Die Nacht ist gewichen, meine Arbeit beginnt
Das Reich der Fleischlichkeit - versiegelt für einige Zeit
Sorgsam kleid' ich mich an und lade meine Waffen
Und lächelnd verlass' ich den Ort falscher Liebe
In wenigen Stunden wird ein Mensch durch mich sterben
Dafür werd' ich schließlich fürstlich entlohnt
Ich kenn' seinen Namen; weiß, wo ich ihn finde
Das reicht mir, sein Leben bedeutet mir nichts
In ein paar Tagen werd' ich Liebe mir kaufen
Die Freuden des Fleisches sind Notwendigkeit
Ein paar Menschen sterben, ein paar Menschen lieben
Dies ist das Spiel, das wir alle hier spielen
Und für beide Seiten bin ich gerne bereit
Im Reich der Fleischlichkeit...
3. Deutschland In Flammen
Diese Welt wird brennen
Und was von ihr bleibt
Kaum mehr als Asche
Nicht mehr als der Dreck
Aus der sie... entstand
Benzin ist mein Begleiter
Mein Freund und Wegbereiter
Sein Geruch an meiner Seite
Und Asche wird sein, was jetzt noch lebt
Deutschland in Flammen... Brenne, deutsches Vaterland
Deutschland in Flammen... Brenne, mein Vaterland...
Mein ist die Macht über Tod und Leben
Die Spur führt brennend durch das Land
Sie werden mich nie lebend erwischen
Bevor dies geschieht, sind sie längst verbrannt
Gesichter in den Flammen
Gestank von Fleisch erfüllt die Luft
Ich bringe den Tod in eure Häuser
Und mache die Nacht zu hellichtem Tag
Jeden Tag berichten die Medien
Allein mein Gesicht bleibt unerkannt
Einzig mein Tun erweckt euer Grauen
Wer ist der nächste auf dem Weg in den Tod?
Ich allein weiß, warum ich dies tue
Die Zahl ihrer Leichen ist mir Lohn genug
Welche Stadt wird heut nacht verglühen?
Wieviele sehn den morgigen Tag?
Die Flammen lecken an der Pforte des Himmels
Die Häuser kaum mehr als ein brennendes Grab
Die Anzahl der Toten lässt sich nicht zählen
Sie wächst beständig in jeder Nacht
Zu dieser Stunde werden ihre Leiber brennen
Danach die Seele für die Ewigkeit
Folget mir in die wahre Bestimmung
Wartet auf mich, bis ich bei euch bin
Ich bringe zu euch die säubernden Flammen
Beende euer Leben im Feuersturm
Deutschland in Flammen... Brenne, deutsches Vaterland
Deutschland in Flammen... Brenne, mein Vaterland...
Sie haben es geschafft, mich heute zu stellen
Sie erwarten mich vor den Toren der Stadt
Doch wenn sie mich töten, werd ich sie mit mir nehmen
Mein Körper ist getränkt von der Flammen Saat...
Deutschland in Flammen... Brenne, brenne......
4. Dreizehn
An einem kalten Novembertag
Bring ich Blumen zu deinem Grab
Ich stell sie neben den Marmorstein
Und denke an dich, die ganze Zeit
Die Bäume verlieren ihr Blätterkleid
Es schmückt dein Erdreich mit buntem Glanz
Tief dort unten wartest du auf mich
Die Maden fraßen dein Gesicht
Vor einem Jahr war ich das erste Mal hier
An deinem Sarg, kurz nach halb vier
Sie ließen sorgsam den Leichnahm hinab
Und warfen dir Erde und Blumen ins Grab
Kurz zuvor hab ich dich getroffen
Und aus deinem Herzen das Blut gesoffen
Ich warf dich in den Fluß neben meinem Haus
Kurz darauf zog man dich wieder raus
Du warst meine 13, eine besondere Zahl
Gern denk ich an dich, deine Todesqual
Im letzten Jahr sind noch weitre gekommen
Die ich besuche, in besonderen Stunden
An dein Grab kehr ich gerne zurück
Ich genieß die Minuten, mein besonderes Glück
Das ich dich traf, hat unser Leben verändert
Meines hat es bereichert, deines hat es beendet
Meine Zeit ist vorrüber, ich muß weitergehn
Um ein paar Reihen weiter vor dem nächsten zu stehn
Heute nacht schon, wenn der volle Mond mich leitet
Wird der Inhalt des nächsten Grabes bereitet...
5. Dein Blut
Vor mir liegt ein Stück Papier
Mein ganzes Leben steht darauf in ein paar Worten
Den ganzen Tag hab ich daran geschrieben
Doch allzuviel ist nicht daraus geworden...
Das letzte Tageslicht flieht aus meinem Zimmer
Nur Einsamkeit erfüllt den Raum
Ich liebe die Dunkelheit
Denn im Dunkeln sieht man nicht
Die Tränen - auf dem Gesicht...
Ich zünde eine Kerze an
Und schließ die Augen
Vor mir seh ich dein Gesicht
Der Mund steht offen, als wollt' er etwas sagen
Doch keine Silbe weht zu mir heran
Ich sah dein Blut
Und wußte, die Zeit mit dir ist nun vorbei
Ich sah dein Blut
Wie es tropfte, wie es floß
Ein warmer Regen, der sich über mich ergoß
Und als dein Leib aufbrach -
Und als die Wunden kamen -
Sah - ich - dein - Blut...
Vor mir liegt ein nackter Leib
Sein ganzes Blut hat er her für mich gegeben
Den ganzen Tag hab ich ihn gejagt
Doch am Ende gab er mir sein Leben
Das erste Tageslicht bricht herein ins Zimmer
Und Helligkeit erfüllt den Raum
Ich hasse den neuen Tag
Denn man sieht im Sonnenlicht
Dein Blut, (trocknend) auf dem Gesicht
Ich lösch das Kerzenlicht
Und schließe deine Augen
Lächelnd küss' ich deine Lippen
Dein Mund steht offen, als wollt' er etwas sagen
Doch keine Silbe weht zu mir heran -
NIE MEHR!
Ich trank dein Blut
Und wußte, die Zeit mit dir ist nun vorbei
Ich trank dein Blut
Wie es tropfte, wie es floß
Ein warmer Regen, der sich in mein Maul ergoß
Und als dein Leib aufbrach
Und als die Wunden kamen -
Trank - ich - dein - Blut...
11. Ein Jahr Im Leben Des Todes
Januar, Sturmflut in Hawaii
Dreihundertneunzig Opfer
Der Startschuß für das neue Jahr
Februar, Flächenbrand im Outback
70 Tote in zehn Stunden
Australien hält den Atem an
März, Flugkatastrophe über Irland
Zweihundertachtzig Leichen
Regnet es in Teilen
April, Überschwemmung in Bangladesh
104 sterben in den Fluten
Dies ist nur die offizielle Zahl
Der Mai bringt uns ein Bombenattentat
Der Münchner Bahnhof war sein Ziel
Dort führt keiner mehr - Eisenbahn...
Juni, ein warmer Monat
In London geht der neue Ripper um
Ein Opfer jede Vollmondnacht
Juli, Rassenterror in New York
Schwarz und Weiß diskutieren ihre Farbe
43 reden nicht mehr mit
Im August geht ein tanker unter
Die ganze Nordesee stinkt nach Öl
Und die Besatzung mittendrin
September, Ebola kommt nach Ägypten
Dort bleibt der Virus ein paar Wochen
Bevor er ein Land weiterzeiht
Oktober, eine Nation strahlt
Die Welt hält den Atem an
In Rumänien ging ein Kraftwerk hoch
November, Amokläufer in Barcelona
30 Tote in der Innenstadt
Keiner weiß, warum er dies tat
Der Dezember bringt den ersten Schnee
Weiß bedeckt er all die Gräber
Das, was der Tod geschaffen hat
Das alte Jahr nähert sich seinem Ende
Ein Jahr, wie es viele zuvor gab
Ein Jahr im Leben des Todes...